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Heuer fand vom 4. - 6. September 2014 in Tschechien/ Lipno-Stausee die „Illex Lake Trophy 2014“ statt. Die Illex Lake Trophy ist einer der bedeutendsten Raubfischbewerbe in Europa, an dem sich 50 Teams der Herausforderung stellten, an beiden Wettkampftagen je einen Barsch, einen Zander und einen Hecht in die Wertung zu bringen. Die Längen dieser 6 Fische wurden summiert und ergaben so dann die Gesamtpunktezahl (1 Pkt. pro cm). Neben 15 Sponsorenteams sowie 5 Journalistenteams von namhaften Angelmagazinen waren noch 30 Teams aus 7 verschiedenen Ländern (Ö, D, I, CZ, NL, RO u. USA) am Start. Genauere Infos zur Illex Lake Trophy unter http://www.lake-trophy.com/. Nachdem wir uns als „Team Mosella Austria“ im Jänner dieses Jahres für einen der begehrten 30 Startplätze angemeldet haben hieß es erstmals warten, da die Ziehung der Startplätze erst am 14. März 2014 in der „Anglerwelt Wien“ stattfand. Im Vorfeld erfuhren wir, dass sehr viele Anmeld-ungen für die freien Plätze erfolgten, daher hatte wir nicht allzu viel Hoffnung dabei zu sein. Die Ziehung konnte via Illex Lake-Trophy-Facebookseite in Echtzeit mitverfolgt werden und zu unserer Überraschung wurde „Team Mosella Austria“ tatsächlich aus der Schüssel gezogen - wir waren also dabei!!!
Nach der Freude über die Teilnahmeging die akribische Vorbereitung auf den Bewerb los. Als erstes musste vor allem ein passendes Angelboot samt Trailer und E-Motor gefunden werden, nach welchem mein Teampartner Ralph im Internet Ausschau hielt. Nach längerem Suchen fand er ein passendes Angelboot - die „Blue Pearl“. Das Boot war in einem neuwertigen Zustand und es wurde noch mit zwei Drehstühlen und 4 abnehmbaren Rutenhaltern ausgestattet, zudem wurde der Boden noch mit blauem Veloursteppich ausgelegt - pimp my boat! Auch wurden 2 Bleigel-Verbraucherakkus mit 80Ah bzw. 100Ah sowie einem leistungsstarken Schnellladegerät gekauft, da die Wettkampfstrecke sehr weitläufi g ist und wir batterietechnisch unbedingt Ersatz benötigten. Nachdem das Projekt Boot abgehakt werden konnte, wurde beratschlagt, welches Angelequipment wie Ruten, Rollen, Gummiköder, Hardbaits, Kleinteile usw. wir für den Bewerb benötigen werden - es sollte noch eine wirklich lange Liste werden... Obwohl wir beide seit vielen Jahren leidenschaftliche Raubfi schangler sind und daher bereits vieles an Ausrüstung haben, wurden aber trotzdem noch neue Spinnruten, Rollen, Schnüre, Kleinteile aber vor allem verschiedenste Kunstköder für alle Eventualitäten benötigt. Wir sprachen daher bei unserem Angelfachhändler „Fisherman‘s Partner Kemmelbach“ vor und fragten nach, ob er sich eventuell ein Sponsoring für unser Team vorstellen könnte. Tatsächlich bekamen wir die Zusage, dass er unser Team bei der „Illex Lake Trophy 2014“ unterstützen wird - nochmals ein großes Dankeschön an Gerhard Müllner!!! Somit konnten wir die noch zu erwartenden Kosten ein wenig minimieren und wir fieberten dem ersten Trainingstag am Lipno-Stausee entgegen. Da in Tschechien der Zander bis 15. Juni geschont ist, fuhren wir Ende Juli das erste mal mit eigenem Boot nach Tschechien. Es wurde sogleich das für den Bewerb bereits gebuchte Hotel “Jestraby“ aufgesucht. Nach Rücksprache mit der Geschäftsführung des Hotels wurde uns die Erlaubnis erteilt, unser Boot am hauseigenen Strand zu Wasser zu lassen. Nachdem slippen des Bootes und dem verstauen des Angelequipments ging es los.Es wurde ein die Wettkampfstrecke abgefahren und die markantesten Stellen am Echolot markiert. Das Fangergebnis war zunächst zweitrangig, da wir in erster Linie Hotspotssuchen wollten. Es sollten noch vier weitere Trainingstage folgen, bevor es September wurde...
04. September 2014 (offizieller Trainingstag) Es war nun soweit, wir fuhren bestens gelaunt und hochmotiviert um 03:30 Uhr morgens los Richtung Lipno-Stausee und erreichten nach ca. 2 Fahrstunden das Ziel. Wir wurden sehr nett empfangen und konnten bereits ab 06:30 Uhr das Zimmer beziehen. Nach ausgiebigem Frühstück wurden um ca. 08:15 Uhr die Boote aller 50 Teams zu Wasser gelassen. Von 09:00 -17:00 Uhr wurde das Training auf der offi ziellen Wettkampfstrecke ausgetragen. Wir wollten uns auf keinen Fall in die Karten blicken lassen und mieden daher wir die uns bekannten aufgezeichneten Hotspots. Wir fuhren mit dem Boot einen großen Teil der Wettkampfstrecke ab und konnten daher vormittags nur einige wenige Bisse sowie kurze Anfasser verzeichnen. Kurz vor Ende des Trainingstages konnte mein Teampartner Ralph Brunner dann noch einen Zander mit 60cm sowie einen guten Barsch über 30cm fangen. Am Abend um 17:00 Uhr war der erste Zusammentreffen mit den anderen Teams. Es wurde der Jury das Messlineal samt Aufkleber für den ersten Bewerbstag an die Teams ausgegeben und die Teams fotografiert. 05. September 2014 (1. Bewerbstag) 05:00 Uhr Tagwache, anschließend Frühstück und danach Beladen des Bootes - Stress pur! 50 Teams tummelten sich im am Strand bzw. in den Booten und warteten auf das Startsignal. Um 08:00 Uhr ertönte das Startsignal und wir fuhren wie vereinbart unseren ersten Hotspot an. Leider hatten diesen Hotspot auch andere Teams ins Auge gefasst, denn beim Eintreffen waren bereits zwei Teams vor Ort. Als wir noch mit dem Ankern des Bootes beschäftigt waren, konnte das Team im Boot neben uns bereits den ersten Zander keschern.
Wir begannen beide mit kleinen Gummifi schen zu angeln und bekamen auch sofort Bisse. Nach einigen Würfen konnten wir beide kleinere Barsche von knapp über 20 cm fangen.Fotos wurden gemacht und ich fi schte auf größere Barsche bzw. mein Duopartner Ralph auf Zander weiter. Danach ging es Schlag auf Schlag: Ralph fing innerhalb kürzester Zeit zwei kleine Zander (27cm u. 28cm) und ich konnte einen Barsch mit 31cm fangen. Während Ralph auf den großen Zander weiterfischte, montierte ich auf der anderen Rute einen Hechtblinker und versuchte mein Glück auf diesen Zielfisch. Nach ca. 5 Minuten kam der gewünschte Einschlag, jedoch kurzen Augenblick später entpuppte sich der erhoffte Hecht als halbstarker Rapfen mit 35cm. Da es für Rapfen auch eine Sonderwertung gab, wurde dieser Fisch fotografiert. Ein paar Würfe später montierte ich einen alten Wobbler meines Vertrauens und bekam bereits beim ersten Wurf (!) den erhofften Biss. Nach dem Anschlag ein Schwall und ein kleinerer Hecht sprang im Drill wie verrückt. Kurze Zeit später war er gelandet und das Lineal zeigte 43cm. Meine Uhr zeigte 09:45 Uhr an und wir konnten bereits alle 3 Fische in die Wertung bringen - unglaublich! Es waren also noch mehr als 7 Stunden Zeit um noch größere Fische zu erbeuten. Frei von Druck noch Fische fangen zu müssen, wurden natürlich viele Köder probiert. Ich konnte mit der Dropshotrute noch einen größeren Barsch (33cm) in die Wertung bringen. Ralph fing auch noch einen zweiten Zander mit 28cm. Wir fingen am Nachmittag Barsche am Band, davon 5 Stück über 30cm! Um 17:00 Uhr war der erste Bewerbstag zu Ende und wir legten am Strand des Jestraby-Hotels an. Schnell wurde die ausgefüllte Fangliste und die Speicherkarte der Digitalkamera zur Auswertung an die Jury übergeben. Nach dem Abendessen wurden die Ergebnisse samt Platzierungen nach dem ersten Bewerbstag via Powerpoint-Präsentation verkündet. Mit einer Gesamtpunkteanzahl von 104 Pkt. belegten wir zur Halbzeit den hervorragenden 12. Rang - die Strategie für Tag 2 konnte daher nur sein: ANGRIFF!!! 06. September 2014 (2. Bewerbstag)
05:00 Uhr Tagwache, der selbe Ablauf wie am Vortag, nur war bereits beim Frühstück den Teilnehmern eine gewisse Anspannung anzumerken. Nachdem sich auch die besten Fangplätze von Tag 1 herumgesprochen haben, vermuteten wir, dass unser gestriger Hotspot heute für mehrere Teams eine begehrte Ankerstelle sein wird. Nach Absprache mit meinem Duopartner entschlossen wir uns kurzfristig, trotzdem zuerst Kurs auf unsere Topstelle vom Vortag zu nehmen. Dort angekommen ankerten bereits 4 Teams und 8 Angler warfen Gummifische im Akkord. Wie vermutet waren die Fische aufgrund des vorangegangen Trainings- sowie des gestrigen Bewerbstages extrem vorsichtig. Erst nach ca. 45 Minuten wurde im Boot nebenan ein besserer Barsch gefangen, bei den anderen Anglern - Bissflaute! Kurze Zeit später war dann aber Ralph‘s Rute krumm und wir dachten zuerst an einen guten Barsch, jedoch entpuppte sich dieser als Zander von 35 cm. Die Freude war natürlich groß, da der Zander im Training unsere Achillesferse war. Wir fischten vorerst an dieser Stelle konzentriert aber leider erfolglos weiter, denn die Bisse blieben aus. Kurz vor Mittag entschieden wird uns, den nächsten Spot anzufahren um endlich auch einen Barsch in die Wertung zu bringen. Bereits nach dem zweiten Wurf war auch schon die Rute krumm, doch anstatt des erhofften Barsches konnten wir einen Rapfen von 24 cm landen. Doch gleich beim nächsten Wurf zappelte ein Bärschchen von 16 cm am Haken. Bis zum Ende waren noch ca. 4 Stunden Zeit um einen Hecht in die Wertung zu bringen. Wir beschlossen vorerst nicht zu ankern, sondern fischten vom treibenden Boot. Wir warfen unsere Gummiköder und Hardbaits wie die Verrückten. Es wurden so ziemlich jeder verfügbare Kunstköder montiert, jedoch erfolglos - die Hechte wollten einfach nicht beißen. Um ca. 15:15 Uhr drifteten wir entlang der Ufers und von der Ferne konnten wir bereits das „Relax Duo Team Romania“ erkennen. Nachdem wir ca. 30 m von ihrem Boot entfernt waren, sahen wir dass einer der beiden Angler einen Hecht drillte. Nachdem der Fisch gekeschert wurde, gratulierten wir zum Fang, woraufhin uns die Beiden miteilten, dass dies bereits ihr 3. Hecht in 20 Minuten sei... Ralph und ich hofften, den gesuchten Hotspot für unseren Hecht gefunden zu haben! Nach dem Ankern montierten wir neue, noch ungefi schte Hechtblinker und warfen an beiden Seiten des Bootes den Platz sternförmig ab. Leider konnten wir vorerst keinen Biss verzeichnen, dafür fing das rumänische „Relax Duo Team Romania“ am Boot nebenan bereits Hecht Nr. 4. Der Druck wurde größer, da die Zeit zu schnell verging und uns lediglich 01:30 Stunden für die „Mission Hecht“ blieben. Zudem mussten wir auch noch ca. 20 Minuten Fahrzeit mit dem Boot zum Hotel einzuplanen. Aus dem Nichts bekam Ralph plötzlich einen brachialen Biss, doch der Anschlag geht ins Leere, kurz danach bekomme auch ich einen Fisch an den Haken. Es war ein Barsch von ca. 25cm, doch er schlitzte leider. Als wir unseren Hecht schon fast abgeschrieben hatten, war plötzlich meine Rute krumm und es war sofort klar - das ist ein Hecht! Im Wissen dass dies heute wahrscheinlich die letzte Chance ist einen Hecht in die Wertung zu bringen, war die Angst groß den Fisch im Drill noch zu verlieren. Doch nach ca. 5 minütigem Drill konnte mir Ralph den Hecht bereits beim ersten auftauchen gekonnt keschern - das Maßband zeigte 54 cm an! Nach geknipstem Fang- und Linealfoto gabs ein Küsschen für den Hecht und er wurde schonend zurückgesetzt. Ein Freudenschrei war nunmehr über den halben See zu hören, denn es war geschafft - wir konnten an beiden Tagen nicht nur alle 3 Zielfische in der Wertung bringen, sondern es gelang uns das Kunststück auch an beiden Bewerbstagen jeweils einen Rapfen in die Sonderwertung zu bringen! Die Längen unserer 3 Wertungsfische von Tag 2 wurden summiert und das Ergebnis waren 105 Punkte - also nochmals eine Steigerung zum Vortag!
Wir angelten konzentriert weiter, doch kurze Zeit später begann es wolkenbruchartig zu regnen, woraufhin wir beschlossen, den Strand vom Jestraby-Hotel anzusteuern. Während der 20 minütigen Bootsfahrt wurde gerätselt, was unsere 209 Gesamtpunkte in der Endabrechnung wert sein könnten und was die anderen Teams fangen konnten. Unser erklärtes Ziel nach dem ersten Tag war unter die ersten 15 zu kommen, denn die besten 15 Teams bekommen einen fixen Startplatz bei der „Illex Lake Trophy 2015“. Nach der Ankunft beim Hotel-Jestraby war bereits mehr als die Hälfte der Boote vor Anker. Ich machte mich mit Fangliste und den geknipsten Fangfotos auf den Weg zur Jury. Beim Gesprächen mit den anderen Anglern erfuhren wir, dass mehrere besser platzierte Teams vom Vortag heute nicht alle 3 Ziel- fische in die Wertung bringen konnten, dafür wurde ein Hecht mit 96cm sowie ein kapitaler Zander mit 92cm gefangen! Nach dem Organisatorischen verluden wir unser Boot auf den Trailer, verstauten unser Equipment und begaben uns zum Speisesaal. Beim Fachsimpeln und Erfahrungsaustausch mit anderen Teams verbrachten wir die Zeit bis zur Siegerehrung. Dann ging die wirklich super aufbereitete Siegerehrung samt Videopräsentation los. Zuerst wurden die besten Fangfotos in den Kategorien „Fish / Fun / Catch & Release / Tackle“ und danach die Fänger der größten gefangenen Zielfi sche in der Kategorie Barsch, Zander, Hecht und Rapfen, mit tollen Sachpreisen prämiert. Anschließend ging es los mit der Teamwertung, begonnen mit dem Siegerteam. Den Sieg bei der „Illex Lake Trophy 2014“ konnte das „Relax Duo Team Romania“ mit tollen 278 Punkten vor den Teams „Angelsport Kinzl“ und „Garmin Team Austria“ holen. Als das „Team Hearty Rise 1“ mit 212 Punkten auf Rang 7 prämiert wurde keimteHoffnung auf, es könnte vielleicht eine Top10-Platzierung werden. Wir sollten recht behalten, denn das „Team Mosella Austria“ belegte mit 209 Punkten den 9. Platz! Auch unser angepeiltes Ziel im Starterfeld der „Illex Lake Trophy 2015“ vertreten zu sein, konnte mit Rang 9 tatsächlich realisiert werden! Wir durften auch viele nette Leute kennenlernen und es wurden neue Freundschaften geschlossen. Wir freuen wir uns schon auf die nächste „Illex Lake Trophy“ und vor allem Tight Lines!!!
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